In der aktuellen energiepolitischen Debatte arbeitet die AfD mit Aussagen, die bei näherer Betrachtung fachlich absolut nicht haltbar sind.
Komplexe Ursachen für hohe Energiepreise werden bewusst verkürzt und falsch dargestellt, Verantwortlichkeiten pauschal umgedeutet und einfache Lösungen versprochen, für die es weder belastbare Konzepte noch realistische Kostenannahmen gibt.
Diese Form der Argumentation widerspricht dem Stand energieökonomischer Erkenntnisse und dient erkennbar nicht der Aufklärung, sondern der politischen Zuspitzung in Deutschland.
Wer Energiepolitik auf diese Weise darstellt, steuert die öffentliche Debatte bewusst in eine falsche Richtung – mit potenziell gravierenden Folgen für Wirtschaft, Verbraucher und Versorgungssicherheit.
AfDexit hat das mal nach Fakten betrachtet um hier definitiv das Vorgehen der AfD weiter zu entlarven. Und es ist leicht, und macht sogar Spaß.
Auf den AfD-Seiten gibt es aktuell genug Material um die Aussagen systematisch zu widerlegen.
Hier zunächst der Text der AfD vom 27.12.2026 (Kompletter Screenshot und der Link liegen uns vor):
+++ Zeit für günstige Energie! +++
Die linke CDU-Energiepolitik hat Deutschland in eine teure Sackgasse geführt. Hohe Strompreise und Versorgungslücken treffen Wirtschaft und Familien immer härter. Der Standort leidet, Existenzen stehen auf dem Spiel. Diese politische Fehlsteuerung gefährdet unsere Zukunft.
Nur die AfD garantiert günstige Energie für alle! Mit einer bezahlbaren, sicheren Energieversorgung stärken wir Wirtschaft und Privathaushalte. Schluss mit teuren Ideologien – Zeit für einen vernünftigen Energiemix mit Kohle, Gas und Kernkraft, der den Wohlstand unseres Landes sichert.
Im kommenden Jahr werden bei fünf Landtagswahlen die Weichen für Deutschlands Zukunft gestellt. Wählen Sie die AfD! Gemeinsam bringen wir unser Land wieder auf Kurs.
Entlarven wir diesen Text einfach mal..
1. „Linke CDU-Energiepolitik“ – schon der Einstieg ist sachlich falsch
Die CDU war 16 Jahre Kanzlerpartei (2005–2021). In dieser Zeit wurden die zentralen energiepolitischen Weichen gestellt.
Atomausstieg 2011: beschlossen unter Angela Merkel (CDU). Abhängigkeit von russischem Gas: politisch gefördert unter CDU-geführten Regierungen. Ausbau der Erneuerbaren gebremst: besonders zwischen 2013–2018 (Deckel, Ausschreibungen, Abstandsregeln).
Das war keine „linke“ Politik, sondern klassische CDU-Regierungslinie.
Wer das heute als „links“ labelt, versucht schlicht Verantwortung umzuschreiben.
2. Hohe Strompreise: Ursache klar – und sie liegt nicht bei Wind & Sonne
Ja, Strom war teuer. Warum? Die Haupttreiber waren: Explodierende Gaspreise nach dem russischen Angriffskrieg.
Der Merit-Order-Effekt: Gas bestimmt oft den Strompreis – auch wenn es nur einen kleinen Teil liefert.
Jahrelange Versäumnisse beim Netzausbau waren auch ausschlaggebend.
Was NICHT der Haupttreiber war:
Erneuerbare Energien,
Wind und Solar sind heute die günstigsten neuen Stromquellen pro kWh.
Sie senken den Börsenstrompreis, wenn sie verfügbar sind. Faktisch belegt durch:
Bundesnetzagentur,
Agora Energiewende,
Fraunhofer ISE.
Bedeutet: Ohne Erneuerbare wären die Strompreise noch höher gewesen.
3. „Versorgungslücken“ – Deutschland hatte keine Blackouts
Ein gern benutztes Angstwort der AfD, aber: Deutschland hatte 2022–2024 keine flächendeckenden Stromausfälle.
Die Versorgungssicherheit liegt weiterhin bei über 99%.
Deutschland zählt seit Jahren zu den stabilsten Stromnetzen weltweit,
die Energiekrise war eine Preis-, keine Versorgungs-Krise.
4. „Nur AfD garantiert günstige Energie“ – das hält keiner Rechnung stand
Jetzt der Kern: Was würde die AfD konkret machen – und was kostet das?
a) Kohle
CO₂-Zertifikate machen Kohle dauerhaft teuer.
Alte Kraftwerkebedeuten hoher Wartungs- und Reparaturbedarf.
Internationaler Trend geht weg – Investitionen werden riskanter.
Kohle ist nicht billig, sie ist nur alt.
b) Gas
Gas bleibt preislich unbeständig.
Importabhängigkeit bleibt (USA, Katar, Norwegen).
Kein Schutz vor geopolitischen Schocks.
Gas = Preisrisiko auf Dauer.
c) Kernkraft
Neubauten kosten extrem viel Geld,
Bauzeiten: 10–15 Jahre,
Stromkosten deutlich über Wind & Solar,
Deutschland hat keine betriebsbereite Infrastruktur mehr,
Kernkraft ist das teuerste Szenario für Verbraucher.
5. Der „vernünftige Energiemix“ – Realität vs. Rhetorik
Ein nüchterner Blick zeigt:
Energieform – Kosten – Risiko – Geschwindigkeit
Wind/Solar niedrig gering schnell
Gas mittel hoch hoch mittel
Kohle. hoch hoch begrenzt
Kernkraft sehr hoch sehr hoch sehr langsam
Wer kurz- bis mittelfristig günstige Energie will, kommt an Erneuerbaren + Netzen + Speicher nicht vorbei. Das ist keine Ideologie, sondern Mathematik.
6. Standort & Industrie: Was Unternehmen wirklich sagen
Industrieverbände fordern vor allem: planbare Preise, Netzstabilität, schnelle Genehmigungen, mehr günstigen Strom, nicht alte Kraftwerke.
Große Investitionen (Halbleiter, Chemie, Rechenzentren) gehen dorthin, wo viel günstiger Strom verfügbar ist – und das ist heute? Richtig, erneuerbar.
7. Wahlaufruf mit falschem Versprechen
Der AfD Text endet mit einem klassischen politischen Trick:
„Wählen Sie AfD– dann wird alles günstiger.“
Aber: Kein Finanzierungsplan! Keine belastbaren Zahlen! Keine realistische Zeitachse!
Das ist Marketing, keine Energiepolitik.
Kurz gesagt, unser Espresso-Fazit-Moment
Die hohen Preise sind nicht primär Folge von Erneuerbaren, die entscheidenden Fehler wurden unter CDU-Regierungen gemacht, Kohle, Gas und Atom sind nicht billig, sondern riskant und teuer,
günstige Energie entsteht durch Erzeugung mit niedrigen Grenzkosten – und die haben Wind & Sonne.
Der Text der AfD arbeitet mit Emotionen/ Ängsten, nicht aber mit Fakten!
Diese Entlarvung zeigt deutlich, mit welchen Strategien die AfD gezielt um Wählerinnen und Wähler wirbt.
Sie macht aber ebenso sichtbar, wie bereitwillig diese Mechanismen von Teilen der Öffentlichkeit angenommen werden.
Die AfD beherrscht ihre politischen und kommunikativen Methoden – und sie kennt ihre Zielgruppen genau.
Diese Strategien werden insbesondere dort eingesetzt, wo Menschen für einfache Erzählungen und emotionale Zuspitzungen empfänglich sind.
Diese Empfänglichkeit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger politischer Einflussnahme und systematischer Mobilisierung.
AfDexit beobachtet und analysiert diese Vorgehensweisen seit Jahren.
Genau deshalb haben wir frühzeitiggewarnt und mit unserer Petition versucht, möglichst viele Unterschriften zu sammeln.
Ziel war und ist es, die AfD endlich den wirksamen Instrumenten des Rechtsstaats und der wehrhaften Demokratie zu unterwerfen – insbesondere einer verfassungsrechtlichen Prüfung durch das Bundesverfassungsgericht, oder einfach gesagt, einem Verbotsverfahren zu unterziehen.
Acht Jahre lang hat sich die öffentliche Debatte jedoch weitgehend im Empören, Kommentieren und Lästern erschöpft.
Acht Jahre, in denen man sich längst juristisch und konsequent mit dieser Partei hätte auseinandersetzen müssen.
Stattdessen wird bis heute über ein „Prüfen“ gesprochen, wo längst entschiedenes Handeln notwendig wäre. Man inszeniert Talkrunden, analysiert Aussagen und skandalisiert Auftritte, anstatt die verfassungsrechtliche Bewertung dem dafür zuständigen Organ zu überlassen: Dem Bundesverfassungsgericht.
Ganz offen gefragt: Wie lange soll dieses politische Theater noch weitergehen?
Eines ist sicher: Jeder weitere Tag, der mit symbolischen Debatten und folgenlosen Diskussionen vergeudet wird, verschafft der AfD zusätzlichen Halt innerhalb der demokratischen Ordnung.
Ist das wirklich gewollt?
Oder ist man schlicht nicht bereit – oder nicht in der Lage –, die naheliegendsten und wirksamsten Mittel unserer Demokratie anzuwenden?
Wenn diese Botschaft angekommen ist, schlagen wir vor, sich zu verzahnen, gemeinsam zu handeln und unsere Petition breit und konsequent zu verbreiten.
Der Link kann und sollte für Postings, Aufrufe, Materialien und Transparente genutzt werden.
Wenn ihr Fragen habt oder mit uns zusammenarbeiten wollt, meldet euch jederzeit.
Wir freuen uns über jede konstruktive Anfrage und jede Zusammenarbeit.
Wichtig:
Wir arbeiten komplett unabhängig. Wir bekommen keine staatlichen Gelder, sammeln keine Spenden und verkaufen nichts. Genau diese Freiheit macht uns stark.